8. Münchner Typotag

TYPOLYGLOTT & MULTITASK
Vom Schriften und Sprachen mischen  

Die Anzahl der mehrsprachig zu gestaltenden Drucksachen steigt. Zunehmend komplexere Inhalte machen eine dezidierte Auseinandersetzung mit Gewichtungen durch entsprechende Schriftwahl oder -kombinationen immer dringender. Dieser Teil des Typotag widmet sich den ganz alltäglichen gestalterischen Herausforderungen einer multikulturellen Welt. Die Sehnsucht nach typografischer Authentizität wächst ebenso wie das Bedürfnis, Eigenheiten von Schriftsprachen unter Naturschutz zu stellen.

Die Referenten Johannes Bergerhausen, Veronika Burian, Nadine Chahine, Shoko Mugikura, Jürgen Siebert und Anuthin Wongsunkakon untersuchen in ihren Vorträgen exemplarisch gelungene und weniger geglückte bilinguale Veröffentlichungen, die Anpassung von internationalen Marken und ihren Schriften an regionale kommunikative Bedürfnisse genauso wie das breite Feld der Schriftkombinationen und Zeichensysteme. Und es entsteht dabei Lust auf ganz neue – vielsprachige – Möglichkeiten ...

BILD UND ZEICHEN
Von der Passion, Zeichen
zu setzen

Vom Schriftbild zur Bildsprache: der zweite Teil des Typotages beschäftigt sich mit der ikonografischen Wirkung und der nonverbalen Vielsprachigkeit von Bildern. Und dem Spanungsverhältnis von Content und Image, dem Text als Graufläche und der kommunikativen Potenz, die das Ineinanderwirken von Inhalt, Gestaltung und Technik hat.

Ganz besonders freuen wir uns, dass der Magnum-Fotograf Alex Webb, dessen Bilder das neue tgm-Programm gliedern, zugesagt hat, extra aus den USA anzureisen, und seine hochspannenden Dokumente einer veränderten Auffassung von journalistischer Authentizität präsentieren wird. Alex Webb ist ein »Lichtbildner«, der auf die Koexistenz von Paradoxien vertraut – und auf das Geheimnis im vermeintlich Bekannten. In seinen Bildern steckt die von ihm im wahrsten Sinne »erwartete« Überraschung. Seine präzise Wahrnehmung und seine zuversichtliche Geduld führen im Ergebnis schnell zur trügerischen Schlussfolgerung: »Das muss gestellt sein!« Ist es aber nicht. Er erläuft sich jedes seiner Motive … und bleibt stehen, bevor er zum Eindringling würde. So spürt er das Mysterium des Moments auf, kommt Situationen und Menschen nah und hält dennoch gebührend Distanz.

Back